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Wichtige Wasserbewirtschaftungsfragen

Bewirtschaftungspläne für Gewässer bis 2009

In Europa sollen nach Möglichkeit alle Gewässer - Oberflächengewässer und Grundwasser - einen „guten Zustand“ erreichen. Das ist notwendig, weil die Gewässer Ressource für sauberes Trink- und Brauchwasser sind und weil sie Lebensraum und Entwicklungskorridor für vielfältige Arten sind, die wir in ihrer Vielfalt und wegen ihrer Bedeutung für eine intakte Lebensumwelt brauchen und erhalten wollen.

Solche ambitionierten Ziele sind nur mit einem hohen Engagement aller Gewässernutzer und Gewässeranlieger zu erreichen. Alle Beteiligten müssen einen intensiven Dialog darüber führen, wie sie Gewässer nutzen, wie Nutzungen gewässerverträglicher werden, wo Gewässer als Lebens- und Erlebensraum wieder natürlicher gestaltet werden können.

Um den Dialog und das vorhandene Engagement in konkretes und effizientes Tun und Handeln umzusetzen, werden europaweit nach den Vorgaben der EU-Wasserrahmenrichtlinie bis zum Jahre 2009 Bewirtschaftungspläne für alle größeren Bäche, für Flüsse, Seen, die Küstengewässer und das Grundwasser erarbeitet. Dort wird dargestellt, an welchen Stellen, in welchem Maße und in welchem Zeitraum, Maßnahmen zur Erhalt und zur Verbesserung des Gewässerzustandes durchgeführt werden und an welchen Stellen es notwendig wäre, aber nicht geht.

Nordrhein-Westfalen erarbeitet Beiträge zu den Bewirtschaftungsplänen von Rhein, Weser, Ems und Maas. Die umfangreichen Vorarbeiten dazu laufen bereits seit dem Jahr 2001.

Bis Ende 2004 wurde eine Bestandsaufnahme der derzeitigen Situation vorgenommen. Die Bestandsaufnahme war eine erste Einschätzung darüber, welche Gewässer zurzeit nicht den grundsätzlich angestrebten „guten Zustand“ erreichen und welche Belastungen dazu beitragen.

Bis Mitte dieses Jahres (2008) wird nun ein intensives Gewässermonitoring nach europäisch vereinbarten Regeln durchgeführt. Das Gewässermonitoring wird uns gegenüber der Bestandsaufnahme ein deutlich klareres Bild über den derzeitigen Zustand der Gewässer bringen. Die stofflichen Belastungen der Oberflächengewässer und des Grundwassers werden gemessen und nach europäischen Kriterien beurteilt. Außerdem wird erstmals die in den Gewässern lebende Flora und Fauna, von den Algen bis hin zu den Fischen, unter ökologischen Gesichtspunkten bewertet. Es wird geprüft, ob die in den Gewässern lebenden Artengemeinschaften so zusammengesetzt sind, wie es in einem stabilen, naturraum-typischen Ökosystem der Fall wäre.

Ausgehend von der Bestandsaufnahme und den Monitoringergebnissen werden zurzeit in ganz Nordrhein-Westfalen Runde Tische durchgeführt. Dort besprechen alle Gewässernutzer und Vertreter von Naturschutzbehörden und Verbänden gemeinsam, welche Möglichkeiten zur Verbesserung des Gewässerzustands bestehen und welche Folgen dies für die Gewässernutzungen haben kann. Dabei gibt es unterschiedliche Betroffenheiten. Der Vorteil des einen kann ein Nachteil für den anderen sein. Mit gemeinsamen Engagement lässt sich aber fast immer eine Lösung finden. Kooperationen sollen verabredet werden, Vereinbarungen getroffen werden. Oft gibt es auch Synergien zwischen Gewässerschutz, Naturschutz und Vorhaben zur Entwicklung der Region als Erlebensraum. Dies gilt es zu erkennen und effizient im Sinne von mehr Gewässerschutz und ökologischer Gewässerentwicklung zu nutzen.


Mitwirkung der Öffentlichkeit

Alle Bürgerinnen und Bürger haben die Möglichkeit, an der Aufstellung der Bewirtschaftungspläne mitzuwirken. Die Runden Tische beschränken sich zwar zunächst auf die sogenannte „Fachöffentlichkeit“, d.h. auf Maßnahmenträger wie Wasserverbände und Kommunen, auf Behörden und auf organisierte Interessengruppen.

Aber ab dem 22.12.2008 werden die in den Runden Tischen erarbeiteten Planentwürfe allen Bürgerinnen und Bürgern vorgestellt. Dann kann jeder zu den Planungen vor seiner Haustur oder anderswo Stellung nehmen und seine eigenen Ideen, Anregungen und Kritik einbringen. Erst nach der Anhörung der Öffentlichkeit wird der Bewirtschaftungsplan Ende 2009 verbindlich für die nächsten 6 Jahre eingeführt.

Wenn Sie sich schon jetzt in den Prozess einbringen wollen, können Sie dies über  den Kontakt zu Interessenverbänden oder unmittelbar gegenüber den Bezirksregierungen  tun. Außerdem können Sie zu den als Grundlage für die laufenden Arbeiten festgelegten Wichtigen Wasserbewirtschaftungsfragen Stellung nehmen, schon jetzt und bis zum 22.6.2008. Ihre Stellungnahmen, Ideen und Anregungen zu den wichtigen Wasserbewirtschaftungsfragen werden gesammelt und bei der Erstellung der Bewirtschaftungspläne berücksichtigt.