Erzbergbau

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Projektdaten
Titel: Abgrenzung signifikanter Belastungen des Erzbergbaus und Beschreibung möglicher Maßnahmen im Rahmen des Bewirtschaftungsplans NRW
Abkürzung: KNA Erzbergbau
Durchführende Institutionen Ing.-Büro Heitfeld-Schetelig GmbH, ahu AG
Projektleitung BezReg Arnsberg als Obere Bergbehörde NRW
Status abgeschlossen
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Abschlussbericht Gutachten vom 14.09.2012
Vorwort
Textteil
Anlagen
Anhang
Zeitplan
10/2011 Zusammenstellung relevanter Schwermetallquellen
11/2011 Ausarbeitung Maßnahmenempfehlungen
1/2013 Übergabe Abschlussbericht an örtliche Behörden


Vorwort

Kurzinformation zum Abschluss des Projektes Erzbergbau in Nordrhein-Westfalen und zum Abschlussbericht des Gutachtens
Das vorliegende Gutachten liefert erstmalig eine systematische Zusammenschau der ehemaligen Erzreviere in Nordrhein-Westfalen, die eine signifikante Belastung der Gewässerqualität im Sinne der EU-Wasserrahmenrichtlinie (EU-WRRL) darstellen. Neben den geologisch-bergbaulichen Abgrenzungen wurden gewässerökologische Bewertungen der Standorte vorgenommen um Belastungsschwerpunkte abzugrenzen. Die Datengrundlage bestand im Wesentlichen aus den Ergebnissen des Gewässermonitoring zur Umsetzung der EU-WRRL (2005 – 2008). Dabei haben die Gutachter – in Abstimmung mit der Projekt begleitenden Arbeitsgruppe – für die ermittelten Verdachtspunkte eine Bewertungsmatrix entwickelt. Das darin verwendete Punktesystem bewertet den chemischen und den ökochemischen Zustand gemäß EU-WRRL, ebenso die Höhe der Schwermetallfracht und die räumliche Ausbreitung der Belastung. Eine gewässerökologische Bewertung aufgrund der Makrozoobenthoszönose nach der Perlodes-Asterics-Methode gemäß EU-WRRL spiegelt im Hinblick auf Schwermetallbelastungen die Auswirkungen auf die Biozönose nicht umfassend wider. Dieses Ergebnis wird durch eine aktuelle Literaturstudie der Gutachter und die anschließende Diskussion mit dem Landesumweltamt belegt. Für die vorliegende Auswertung wurden daher zusätzlich die taxonomischen Großgruppen näher betrachtet und ergänzend der ökotoxikologische Index nach CAMARGO berechnet. Dadurch konnten Auswirkungen auf die Gewässerökologie abgeschätzt werden. Aufgrund der verbliebenen Unsicherheiten wurde eine geringere Gewichtung in der Matrix vereinbart. Die vorgenommene Bewertung der Verdachtspunkte und die Rangliste der signifikanten Belastungen sind aufgrund der bereits vorliegenden Erkenntnisse und der Ergebnisse des 1. Monitoringzyklus zur EU-WRRL entstanden. Insofern handelt es sich um eine Liste, die den Datenstand von 2005 - 2008 widerspiegelt. Ergebnisse des weiteren Monitoring und / oder weiterer investigativer Untersuchungen werden die vorgenommenen Bewertungen ergänzen und ggf. ändern. Eine datenaktualisierte Bewertung kann über das vorgestellte System jederzeit erfolgen, ebenso wie eine Bearbeitung aufgrund von methodischen Verbesserungen.

Anlass
Nordrhein-Westfalen hat eine lange Tradition im Hinblick auf den Abbau und die Weiterverarbeitung von Schwarz- und Buntmetallerzen. Silber, Blei, Zink, Kupfer und Eisen waren seit Jahrhunderten Grundlage eines umfangreichen Bergbaus in NRW - vor allem im Rheinischen Schiefergebirge. Inzwischen sind dort alle Abbaubetriebe eingestellt, meist infolge Erschöpfung der Lagerstätten, vielfach aber auch auf Grund der wirtschaftlichen Entwicklung. Als Folge des über Jahrhunderte andauernden , teilweise bis in die Kelten- und Römerzeit zurückreichenden Bergbaus und der Erzverhüttung resultieren heute verschiedene Umweltbelastungen wie Gewässerbelastungen durch schwermetallhaltige Wässer z.B. aus alten Halden oder Stollen. Das Gewässermonitoring im Zusammenhang mit der Umsetzung der EG-WRRL hat in vielen Gewässern in NRW erhöhte Schwermetall-Gehalte (Schwermetall im folgenden SM) gezeigt, die teilweise Grenzwerte überschreiten und sich toxisch auf Organismen in den Gewässern auswirken können. Ein Teil der Belastungen ist auf Vererzungen und Bergbauaktivitäten zurückzuführen. Zur Erfüllung der Anforderungen der WRRL ist es daher angezeigt, die Quellen der Schwermetallbelastung in Oberflächengewässern aus altem Erzbergbau in NRW zu ermitteln, zu beschreiben und zu bewerten. In einem weiteren Schritt sind effiziente Maßnahmen zur Reduzierung der SMeinträge aufzuzeigen. Aus diesen sind in einem späteren Arbeitsschritt, der nicht Gegenstand dieses Projektes ist, Ziele und Minderungsmaßnahmen in den Erzrevieren festzulegen.

Ziele
Mit dem Projekt sollen die signifikanten Eintragsquellen des Erzbergbaus und wirksame Maßnahmen zur Reduzierung des Eintrags von Schwermetallen in die Oberflächen¬gewässer in NRW identifiziert werden. Es werden strukturierte Bearbeitungen zur Erreichung der nachfolgend aufgeführten Teilziele gestuft durchgeführt:

  1. Abgrenzung von Gebieten mit Erzrevieren und Erzbergbauaktivitäten, die eine signifikante Belastung für die Gewässerqualität darstellen könnten;
  2. Identifizierung wichtiger Quellen des Schwermetalleintrags aus dem Erzbergbau in die Oberflächengewässer in diesen Erzrevieren (v. a. Punktquellen, aber auch wichtige diffuse Quellen);
  3. Abschätzung des Schwermetalleintrags aus den identifizierten wichtigen Quellen in die Gewässer;
  4. Abschätzung der Signifikanz des Eintrags (unter Berücksichtigung der Immission und von sonstigen Eintragsquellen) auf die Gewässer aus den identifizierten, wichtigen Quellen;
  5. Beschreibung möglicher und praktizierter Maßnahmen zur Reduzierung des Schwermetalleintrags bei Quellen des Erzbergbaus, Maßnahmevorschläge für die identifizierten Quellen und kurze Projektskizze.



Arbeitsschritte
KNA-Erzbergbau.jpg