Das Weser-Werre-Else-Projekt: Ökologisch, sozial und interkommunal

Gemeinschaftliches Arbeiten am Wulferdingser Bach

Das Weser-Werre-Else-Projekt: Ökologisch, sozial und interkommunal

Das Weser-Werre-Else-Projekt hat einen doppelten Sinn: Zum einen unterstützt es die naturnahe Entwicklung des Gewässers und zum anderen schafft es Arbeitsplätze und bietet dadurch bisher arbeitslosen Menschen neue berufliche Perspektiven.

Der Werfener Bach wird wieder sichtbar: vorher (inks) und nachher (rechts)

Der Werfener Bach wird wieder sichtbar: vorher (inks) und nachher (rechts)

Weser-EZG, Weser-Werre-Else-Projekt, Maßnahme
Der Werfener Bach wird wieder sichtbar: vorher (links) und nachher (rechts). Quelle: WWE Projekt (Koordinationsteam)

Die heimischen Fließgewässer naturnäher zu entwickeln, ist das Ziel der Bezirksregierung Detmold, der Kreise Herford und Minden-Lübbecke, der gewässerunterhaltungspflichtigen Kommunen und Wasserverbände und der Biologischen Station Ravensberg im Kreis Herford e. V., die sich zum Gewässerentwicklungsprojekt „Weser-Werre-Else“ zusammengeschlossen haben. Dieses Projekt ist ein gutes Beispiel für eine erfolgreiche Vernetzung von Beschäftigungsinitiativen, Wirtschaftsförderung und Naturschutz sowie für interkommunale Zusammenarbeit. Damit kann es als Vorreiter für eine Projektpolitik „mit kurzen Wegen“ gelten, mit der Maßnahmen kurzfristig und kostengünstig umgesetzt werden können.

Organigramm des WWE-Projektes

Organigramm des WWE-Projektes

Weser-EZG, Weser-Werre-Else-Projekt, Maßnahme
Organigramm des WWE-Projektes. Quelle: WWE Projekt (Koordinationsteam)

Das Projekt dient nicht nur der Gewässerentwicklung, sondern es ist auch ein Beschäftigungsprojekt mit enormem gesellschaftlichen Nutzen, denn es begann seine Arbeit im Winter 2001 im Rahmen eines zweijährigen, kreisübergreifenden ABM-Projekts. Fast 30 Personen arbeiteten zunächst für 6 Kommunen, um die Maßnahmen zur naturnahen Entwicklung an ihren kommunalen Fließgewässern tatkräftig umzusetzen. Anlass war ein Bericht zur Europäischen Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) im Lokalfernsehen und die Idee des damaligen Arbeitsamtdirektors, sich vor Ort an der Umsetzung zu beteiligen. Das Projekt traf auf starkes öffentliches Interesse und bereits nach zweijähriger erfolgreicher Arbeit wurde das „Projekt mit Vorbildcharakter für praktizierte Nachhaltigkeit“ im Rahmen der „Agenda 21 NRW“ durch die nordrhein-westfälische Landesregierung als „Best-Practice-Beispiel“ ausgezeichnet.

Die positiven Rückmeldungen, der große Bedarf zur Schaffung von Arbeitsplätzen in der Region und der Wille, die Fließgewässer vor der eigenen Haustür weiterzuentwickeln, motivierte die Projektinitiatoren, sich für eine Fortführung des Projekts einzusetzen. Mit Erfolg: Im Frühjahr 2004 unterzeichneten 18 Kooperationspartner einen Vertrag zur gemeinsamen ökologischen Verbesserung ihrer Fließgewässer. Getragen wird das Projekt zu 80 % durch Fördermittel seitens des Landes.

Das Besondere an diesem Projekt ist seine Vielzahl an Projektpartnern und -beteiligten. Um eine gute Zusammenarbeit untereinander sicherzustellen, trifft sich alle 6-8 Wochen ein Arbeitskreis. Hier werden unter Anwesenheit aller zugehörigen Kommunen und Behörden neue Maßnahmen beschlossen und diskutiert. Zudem wurde ein Koordinationsteam gegründet, das für einen reibungslosen Ablauf der Arbeiten sorgt. Die Verantwortung für die Bauleitung liegt bei den Projektkoordinatoren, denen eine enge Betreuung, Begleitung und Dokumentation der Arbeiten vor Ort sehr wichtig ist.

Der Einbau von Strömungslenkern im Uferbereich des Bolldammbaches

Der Einbau von Strömungslenkern im Uferbereich des Bolldammbaches

Weser-EZG, Weser-Werre-Else-Projekt, Maßnahme
Der Einbau von Strömungslenkern im Uferbereich des Bolldammbaches. Quelle: WWE Projekt (Koordinationsteam)

Die Praxisarbeiten an den Fließgewässern erfolgen über die „Evangelische Stiftung Maßarbeit“ mit Sitz in Herford und die „Initiative für Arbeit und Schule gem. GmbH“ (IFAS) mit Sitz in Minden, über die mittlerweile insgesamt 100 Menschen für das Projekt tätig sind.

Das Weser-Werre-Else-Projekt hat einen doppelten Sinn: Zum einen unterstützt es die naturnahe Entwicklung des Gewässers und zum anderen schafft es Arbeitsplätze und bietet dadurch bisher arbeitslosen Menschen neue berufliche Perspektiven.

  • Quelle

Die Textgrundlagen wurden freundlicherweise von der Stadt Löhne zur Verfügung gestellt. Nähere Informationen finden Sie unter Weser-Werre-Else.

Das Weser-Werre-Else-Projekt ist eins von drei in OWL ansässigen Beschäftigungsprojekten, die die Renaturierung von Gewässern und die Wiedereingliederung Arbeitssuchender in das Berufsleben kombinieren. Mit einer Vielzahl zumeist kleinerer Maßnahmen werden wichtige strukturelle Verbesserungen erzielt und unbürokratisch Hilfe für Mensch und Natur geleistet.

Informationen zu den zwei anderen Projekten finden Sie auf den folgenden Internetseiten: