Das Wesergebiet – ein vielgestaltiges Gebiet

Das Wesergebiet – ein vielgestaltiges Gebiet

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Die Weser entsteht durch den Zusammenfluss von Werra und Fulda und mündet nach 725 km Fließstrecke bei Bremerhaven in die Nordsee. Sie durchfließt in ihrem Verlauf die zentralen Bereiche von Nord- und Mitteldeutschland. Auf 115 km fließt die Weser durch Nordrhein-Westfalen.

Die Weser

Die Weser

Weser-EZG, weser

Die Weser. Quelle: Rolf Timmermann

Die Weser ist ein „Fluss ohne Quelle“. Sie entsteht im hessischen Hannoversch Münden durch den Zusammenfluss von Werra und Fulda. Sie ist auf ihrer vollen Länge Bundeswasserstraße. Die Gestalt der Weser ist seit Jahrhunderten durch den Ausbau für die Schifffahrt geprägt. Ihr Lauf ist durch Steinschüttungen festgelegt, zusätzlich dienen Buhnen der Erhaltung der Fahrrinne. In Nordrhein-Westfalen sorgen zwei Staustufen dafür, dass die Schiffe immer „eine Handbreit Wasser unterm Kiel“ haben: Schlüsselburg und Petershagen. Die Weser dient der Schifffahrt aber nicht nur als Wasserweg. In Minden speisen riesige Pumpen den Mittellandkanal mit Weserwasser, am Wasserstraßenkreuz wird der Mittellandkanal seit 1915 in einer Trogbrücke über die Weser geführt, und eine Schleuse ermöglicht es hier Schiffen, von der Weser über das deutsche Kanalnetz zum Rhein zu gelangen. Der Wasserverlust von fast 60 Millionen Kubikmeter jährlich kann in trockenen Zeiten zum Problem werden. Daher wurde mit dem Edersee in Hessen eine der größten Talsperren Deutschlands errichtet. Sie versorgt in erster Linie die Oberweser und den Mittelandkanal mit Wasser, das über Eder und Fulda in die Weser gelangt.

Wasserstraßenkreuz in Minden; im Hintergrund das Durchbruchstal der Porta Westfalica

Wasserstraßenkreuz in Minden; im Hintergrund das Durchbruchstal der Porta Westfalica

Weser-EZG, weser

Wasserstraßenkreuz in Minden; im Hintergrund das Durchbruchstal der Porta Westfalica. Quelle: Tanja Pottgiesser

Während für die Schifffahrt in erster Linie die Gestalt der Weser verändert wurde, beeinflusst eine andere menschliche Aktivität die Wasserqualität. Seit den 1890er Jahren werden im Grenzgebiet von Hessen und Thüringen entlang der Werra hochwertige Düngesalze abgebaut. Aus der Produktion fallen Salzlösungen als Abfall an, von denen ein Teil bereits seit etwa 100 Jahren in die Werra eingeleitet wird. Dabei handelt es sich um bis zu 10 Millionen Kubikmeter pro Jahr. In der Folge kann weder in der Werra noch in der Weser ein guter Gewässerzustand erreicht werden.

Die Flussgebietsgemeinschaft Weser hat die Aufgabe, den Bewirtschaftungsplan und das Maßnahmenprogramm für das Einzugsgebiet der Weser zu erarbeiten. In diesem Gremium werden auch die verschiedenen Lösungsmöglichkeiten zur Verringerung der Salzbelastung verhandelt. Grundsätzlich wird eine Vermeidung der Salzeinleitungen in die Werra angestrebt. Technische Aufbereitungsmöglichkeiten müssen aber zum Teil noch wissenschaftlich untersucht werden.

Unterschiedliche Meinungen bestehen in der Frage, welche Maßnahmen verhältnismäßig sind und welche Umweltauswirkungen die Lösungsvarianten – wie z. B. die von NRW favorisierte Pipeline zur Nordsee – auf andere Lebensräume wie das Wattenmeer haben werden.

Die Weseraue wird vor allem landwirtschaftlich genutzt. Wie in vielen anderen Einzugsgebieten wurden dazu Bäche und kleine Flüsse begradigt und oft deutlich eingetieft. Kulturstaue zur Be- und Entwässerung unterbrechen immer wieder die Durchgängigkeit, wegen der intensiven Düngung werden Nährstoffe in die Bäche eingetragen. Fast alle Gewässer sind erheblich verändert und erhalten überwiegend unbefriedigende bis schlechte Bewertungen. Im nördlichen Weserbergland werden selbst die Hänge landwirtschaftlich genutzt. Von dort wird feiner Sand durch Erosion von den Flächen gespült. Er trägt nicht nur Nährstoffe ein, sondern setzt sich auch im Lückensystem der Bachsohle ab und beeinträchtigt dadurch die Lebensräume von Kleintieren.

Die Emmer

Die Emmer

Weser-EZG, Emmer

Die Emmer. Quelle: LANUV

Etwas besser sieht es im südlichen Teil des Weserberglands und im Einzugsgebiet der Eder aus. In diesen stärker bewaldeten Gebieten finden sich noch naturnahe Oberläufe, die den guten ökologischen Zustand erreichen.

Die Weser als Bundeswasserstraße lässt sich nur sehr eingeschränkt verbessern. An den Weserzuläufen jedoch werden Jahr für Jahr Maßnahmen geplant und umgesetzt. Deshalb ist zum Beispiel der Johannisbach heute wieder für Fische durchwanderbar. An der Johannisbachtalsperre in Bielefeld wurde ein neues Bachbett nördlich des Stausees angelegt. Und auch an der Emmertalsperre (Schiedersee) ist derzeit eine Umflut im Bau, sodass auch hier bald die Durchwanderbarkeit gegeben sein wird.

Weitere Maßnahmen, etwa an der Werre, zielen darauf ab, den Gewässern durch Eindeichungen abgeschnittene Überflutungsflächen wieder zugänglich zu machen. So werden gleichzeitig Ziele des Hochwasserschutzes und der Gewässerökologie erreicht.

Detaillierte Beschreibungen der Planungseinheiten sowie die Bewertungen von Grund- und Oberflächenwasserkörpern finden Sie in den Planungseinheiten-Steckbriefen.