Glossar

EG

Europäische Gemeinschaft

Eigendynamik/eigendynamische Entwicklung

Natürliche Flussbettverformungen, entstanden durch die Schubkräfte des Wassers, abhängig von Einzugsgebiet, Niederschlags- und Geschiebemengen und Morphologie des Talbodens (Abflussdynamik, Geschiebedynamik, Auendynamik).

Einwohnerwert (EW)

Rechengröße für die Abwasserreinigung. Ein Maß für die Belastung von gewerblichem und industriellem Abwasser mit organisch abbaubaren Stoffen. Ein Einwohnerwert entspricht der täglich von einer Einwohnerin bzw. einem Einwohner in das Abwasser abgegebenen Menge an organischen Verbindungen.

Einzugsgebiet

Die Grenzen eines Einzugsgebiets eines Oberflächengewässers bzw. eines Grundwasserkörpers werden durch hydrologische Wasserscheiden definiert. Innerhalb eines Einzugsgebiets fließen sämtliche Wasser einem Punkt zu. Die Abgrenzungen der Einzugsgebiete von Oberflächengewässern und Grundwasserkörpern stimmen aufgrund geologischer Verhältnisse nicht immer überein.

ELWAS-WEB
Logo ELWAS-Web

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26.07.2017
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ELWAS-WEB: Kartenservice im Internet

Das elektronische wasserwirtschaftliche Verbundsystem (ELWAS) verwaltet Informationen und Überwachungsdaten zur Abwasserbeseitigung in industriellen und kommunalen Abwasseranlagen. Darüber hinaus sind auch Daten zum Gewässernetz, über  Veränderungen des Gewässerzustands und über Grundlagen und Ergebnissen der Gewässerüberwachung  abrufbar. Das System enthält außerdem Informationen über Anlagen in und an Gewässern, wie zum Beispiel Wehre und Schleusen, sowie zum Grundwasserbereich.

Für Bürgerinnen und Bürger, für die Wasserwirtschaft und andere Fachleute außerhalb der Verwaltung steht im Internet ELWAS-WEB zur Verfügung. Das kartenbasierte Auskunftssystem ist die zentrale Informationskomponente von ELWAS. Im Vergleich zur Behördenversion im Landesverwaltungsnetz wurden datenschutzrelevante Informationen herausgenommen.

ELWAS-WEB enthält einen Kartenteil zur räumlichen Darstellung und Analyse der wasserwirtschaftlichen Daten. Zusätzlich können interessierte Fachanwender mit der Datenanwendung alle im ELWAS Verbund vorhandenen Daten nach spezifischen Kriterien suchen und anzeigen lassen.  

Vorrangig wurde ELWAS für die Erledigung von Aufgaben der Wasserwirtschaftsverwaltung von Nordrhein-Westfalen entwickelt. Hier werden in großem Umfang Daten bei der Erteilung von Genehmigungen, in der Überwachung, im wasserrechtlichen Vollzug sowie für die Maßnahmenplanung erhoben und im elektronischen wasserwirtschaftlichen Verbundsystem ELWAS verwaltet. Derzeit umfasst der ELWAS-Verbund etwa 20 verschiedene Fachverfahren aus den Themenbereichen Abwasser, Grundwasser, Oberflächengewässer, Trinkwasser und Wasserrahmenrichtlinie.

Hier geht es zu ELWAS-WEB: http://www.elwasweb.nrw.de

emers

Bedeutung: "aufgetaucht". Wasserpflanzen, die ganz oder teilweise über die Wasseroberfläche hinauswachsen.

Emission

Ausstoß fester, flüssiger oder gasförmiger Stoffe, welche den Menschen, Tiere und Pflanzen sowie Luft, Wasser oder weitere Lebewesen und Umweltbereiche beeinträchtigen

Entwicklungskorridor

Fläche für die eigendynamische Verlagerung eines Gewässers. Für jeden Gewässertyp werden spezifische naturnahe Entwicklungskorridore abgeleitet, die die natürliche Laufentwicklung berücksichtigen. Restriktionen, wie z. B. Siedlungsbereiche, grenzen den naturnahen Entwicklungskorridor auf den tatsächlich vorhandenen und für Gewässerentwicklungsmaßnahmen überplanbaren Entwicklungskorridor ein.

ergänzende Maßnahmen

Ergänzende Maßnahmen sind Maßnahmen, die gemäß Art. 11 Abs. 2 EG-WRRL zusätzlich in das Maßnahmenprogramm aufgenommen werden müssen, wenn die grundlegenden Maßnahmen nicht ausreichen, um die festgelegten Umweltziele gemäß Art. 4 EG-WRRL zu erreichen. Sie sind wasserkörperbezogen im Maßnahmenprogramm aufgelistet. Ergänzende Maßnahmen können z. B. Förderprogramme sein.

erheblich veränderter Wasserkörper

Ein heavily modified Water Body (erheblich veränderter Wasserkörper) ist ein durch den Menschen in seinem Wesen hydromorphologisch erheblich verändertes Oberflächengewässer, das nur bei signifikant negativen Auswirkungen auf bestehende Nutzungen in den ansonsten im natürlichen Wasserkörper erreichbaren Zustand gebracht werden kann. Stoffliche Belastungen von Gewässern begründen nicht die Einstufung eines Gewässers als HMWB. HMWB-Gewässer müssen das gute ökologische Potenzial erreichen. Die Ausweisung von erheblich veränderten Wasserkörpern erfolgte anhand einer Vorschrift, die von einer CIS-Arbeitsgruppe erarbeitet und von der LAWA konkretisiert wurde.

Erosionsschutzstreifen

Gemäß „Programm zur Entwicklung des ländlichen Raums NRW“ ein Gewässerrandstreifen, der angelegt wird, um den Eintrag von Feinmaterial angrenzender Flächen durch Erosion (in erster Linie Abschwemmung) in das Gewässer zu reduzieren; wird als Agrarumwelt- und Klimamaßnahme anerkannt und gefördert.

EU

Europäische Union

Europäische Wasserrahmenrichtlinie (EG-WRRL)

Seit Dezember 2000 gültige Richtlinie zum Schutz der Gewässer in Europa. Ziel der EG-WRRL ist es, die Einzugsgebiete von Flüssen und Seen sowie Übergangsgewässer, Küstengewässer und Grundwasservorkommen so zu bewirtschaften, dass ein sehr guter oder guter ökologischer Zustand bzw. das gute ökologische Potenzial bei künstlichen und erheblich veränderten Oberflächenwasserkörpern sowie der gute chemische Zustand für alle Oberflächenwasserkörper erhalten bzw. erreicht wird. Eine Verschlechterung des Zustands der Wasserkörper ist zu vermeiden.

eutroph

nährstoffreich

Eutrophierung

Unter dem Prozess der Eutrophierung wird das beschleunigte Wachstum von Algen und Höheren Pflanzen in einem Gewässer verstanden, das zumeist durch erhöhten Eintrag von Nährstoffen verursacht ist. Durch Eutrophierung verursachte Sekundäreffekte (Algenblüte, Sauerstoffmangel, Verlust von Unterwasservegetation durch Verringerung der Lichtdurchlässigkeit) haben Einfluss auf das ökologische Gleichgewicht und den Gewässerzustand.

Exzess N2

Zur Beurteilung der tatsächlich in das Grundwasser eingetragenen Stickstoffmengen bzw. der Höhe der Denitrifikation bietet sich die N2/Ar-Methode an. Dabei werden ergänzend zu den klassischen Grundwasserparametern die im Grundwasser gelösten Gase Argon und N2 gemessen und in Relation gesetzt. In dem Maße, wie der N2-Gehalt von dem üblichen N2/Argon-Verhältnis abweicht, kann dieser „Exzess-N2“ als Abbauprodukt des in das Grundwasser eingetragenen Nitrats abgeschätzt werden.