Hochwassergefahrenkarten und Hochwasserrisikokarten

Freitag, 28. April 2017

Hochwassergefahrenkarten und Hochwasserrisikokarten

Für die nach der vorläufigen Bewertung als Risikogebiete eingestuften Gewässerabschnitte werden Hochwassergefahrenkarten und Hochwasserrisikokarten erstellt. Mithilfe dieser Karten erkennen Sie, wo in Ihrer Region oder Ihrer Stadt konkret Gefahren und Risiken durch Hochwasser bestehen. Auf dieser Basis können Sie die individuelle Gefahrenlage bewerten und vorbeugende Maßnahmen zur Verminderung von Schäden planen. Die erste Version der Karten wurde 2013 veröffentlicht. Sie werden in einem sechsjährigem Turnus fortgeschrieben und aktualisiert.

Wie finde ich "meine" Karten?

Über die Auswahl eines Gewässer-Teileinzugsgebietes (TEZG) im Untermenü ("Übersicht") oder über einen Klick in den gewünschten Bereich in der Kartengrafik in der rechten Randspalte gelangen Sie zu einer Kartenansicht. Diese zeigt die verfügbaren Kartenblätter (Blattschnitte) der Gefahren- und Risikokarten des jeweiligen Gewässers bzw. Teileinzugsgebietes.

Durch Klick auf einen Blattschnitt in der Kartenansicht öffnet sich ein Hinweis, in dem neben Angaben zum Gewässer und Blattschnitt die verfügbaren PDF-Karten (Szenario und Gefahren- bzw. Risikokarten) aufgelistet werden. Klicken Sie auf den Überlappungsbereich mehrerer Blattschnitte, so enthält der Hinweis mehrere Angaben zu allen gefundenen Blattschnitten.

Hinweis: Bitte lesen Sie auch die Hilfe zur Kartenansicht.

Die gefährdeten Flächen sowie weitere Informationen können Sie auch auf der interaktiven Internetseite des Umweltministeriums Umweltdaten vor Ort oder im Fachinformationssystem für die Wasserwirtschaft in NRW (ELWAS-WEB) einsehen.

Für wen sind die Hochwassergefahrenkarten und Hochwasserrisikokarten wichtig?

Die Karten sollten den Personen bekannt sein, die für Nutzungen in den Gefahrenbereichen zuständig oder dort planend tätig sind. Sie bieten wichtige Informationen für Bauleitplanung, Raumplanung, Ver- und Entsorgung, Denkmalschutz und Katastrophenschutz. Auch Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen sowie Kulturinstitute und Hausbesitzer können die Karten nutzen, um die Risiken für ihr Eigentum oder ihre Schutzgüter zu ersehen und zu minimieren.

Die Karten sind zudem die Arbeitsgrundlage für die spätere Maßnahmenplanung und somit für alle wichtig, die an der Erstellung der Hochwasserrisiko-Managementpläne beteiligt sind. Daher ist auch eine Beteiligung der Kommunen, Kreise, Wasserverbände und anderer Akteure an der Plausibilisierung der Karten vorgesehen.

Was zeigen die Hochwassergefahrenkarten? Was zeigen die Hochwasserrisikokarten?

Die Hochwassergefahrenkarten (HWGK) informieren über die mögliche Ausdehnung und Tiefe einer Überflutung. Dabei wird dargestellt, welches Ausmaß der Überflutung in den Szenarien HQhäufig, HQ100 und HQextrem zu erwarten ist.

Die Hochwasserrisikokarten (HWRK) zeigen für die drei Hochwasserszenarien HQhäufig, HQ100 und HQextrem auf, wo Einwohner oder Schutzgebiete betroffen wären, wo Kulturobjekte gefährdet sind und wo Gefahrenquellen Industrieanlagen vorliegen. Das zu erwartende Schadensausmaß bei Hochwasser hängt dabei im Wesentlichen vom Schadenspotenzial in den überfluteten Gebieten und der Eintrittswahrscheinlichkeit des Hochwasserereignisses ab: Der Schaden bei einer häufigen Überflutung von Grünflächen ist weniger problematisch einzuschätzen als eine seltene Überflutung in Siedlungsgebieten. Die erforderlichen Managementmaßnahmen müssen sich zwangsläufig daran orientieren.

Die in den Hochwasserrisikokarten dargestellten Nutzungsklassen sind aus einer Zusammenfassung detaillierterer ATKIS-Nutzungsdaten entstanden. Teilweise entspricht diese Zusammenfassung nicht den örtlichen Gegebenheiten (z.B. bei einer "Sportanlage" nach ATKIS, die zu der Nutzungsklasse "Wohnbauflächen, Flächen gemischter Nutzung" zugeordnet wird, kann es sich um einen Bolzplatz oder ein Sportcenter handeln). Bei den Kommunen oder auch in online verfügbaren Stadtplänen oder Karten liegen in der Regel detailliertere Daten vor. Hinweise zur Zusammenfassung der ATKIS-Daten können auch der Lesehilfe entnommen werden.

Bericht zur Erstellung der Hochwassergefahrenkarten und Hochwasserrisikokarten in NRW

Der Bericht gibt einen kurzen Abriss zu den Anforderungen an die Karten, die Vorgehensweise bei der Erstellung und die Gestaltung der Karten sowie die Präsentation für die Öffentlichkeit. Besonderheiten des Vorgehens in NRW werden beschrieben. Der Bericht wurde dem Landtag vorgelegt (Landtagsdrucksache 16/2242).