LAWA-Programmmaßnahme 068

LAWA-Programmmaßnahme 068

Maßnahmen zur Herstellung der linearen Durchgängigkeit an Talsperren, Rückhaltebecken, Speichern und Fischteichen im Hauptschluss

Programmmaßnahme - 068

Maßnahmen zur Herstellung der linearen Durchgängigkeit an Talsperren, Rückhaltebecken, Speichern und Fischteichen im Hauptschluss

Maßnahmen an Talsperren, Rückhaltebecken und sonstigen Speichern (i.d.R. nach DIN 19700 ausgenommen Staustufen, einschließlich Fischteichen im Hauptschluss) zur Herstellung der linearen Durchgängigkeit, z.B. Anlage eines passierbaren Bauwerkes (Umgehungsgerinne, Sohlengleite, Fischauf- und -abstiegsanlage)

Belastungstyp nach WRRL, Anhang II
EU-Art nach HWRM-RL
Abflussregulierungen und morphologische Veränderungen: Durchgängigkeit
Zuordnung Richtlinie WRRL/OW
Wechselwirkung WRRL-HWRMRL M3
EU-Schlüsselmaßnahme 5
Bisherige Bezeichnung (NRW) HY_OW_U18_Durchgängigkeit
Bereich OW/GW OW
Art der Erfassung/Zählweise Einzelmaßnahme [Anzahl]
Signifikante Belastung
(nach WRRL, Anhang II)
Abflussregulierungen und morphologische Veränderungen
Belastung/Ursache Durchgängigkeit
Vollzugsmaßnahme

siehe LUA Merkblatt Nr.18 "Ökologische Durchgängigkeit von Hochwasserrückhaltebecken"; Essen: LUA 1999, 28 S.und siehe "Handbuch Querbauwerke", Herausgeber MKULNV, 1. Auflage 200

Wirkung

Verbesserung der longitudinalen Durchgängigkeit für die Biozönose, den Sedimenttransport und den Stoffhaushalt. Bei Fischabstiegsanlagen Verhinderung/Vermeidung der Verluste bei der Abwanderung.

Nebenwirkungen  
Rechtliche Grundlagen
  • §§ 8, 10 WHG, §§ 15, 17 LWG (Erlaubnis, Bewilligung)
  • Auflagen und Vorbehalt nach §§ 4 Abs. 2 Nr. 2a und 5 Abs. 1 Nr. 1a WHG;
  • regelmäßige Überprüfung erteilter Zulassungen nach (§§ 116 und 154 LWG)
  • §§ 2, 3, 7 WHG (Stau als Gewässerbenutzung)
  • § 31 WHG,§§ 87 ff. LWG (Gewässerausbau wie z.B. Strömungsregulierung, Staustufen, morphologische Veränderungen)
  • § 39 WHG, §§ 61 ff. LWG (Gewässerunterhaltung)

Berücksichtigung und Anwendung der Blauen Richtlinie in jeweils aktueller Fassung.

Potenzieller Maßnahmenträger Eigentümer der Stauanlage, Wasserkraftbetreiber, Land NRW
Kriterien für signifikante Nutzungseinschränkungen

Von einer signifikanten Nutzungseinschränkung ist auszugehen,

  • wenn der Hochwasserschutz eingeschränkt wird oder
  • wenn der ordnungsgemäße Abfluss nicht sichergestellt ist.
Hinweise zur Kostenermittlung

Standardkostenansätze:

  • unterer Ansatz: 10.000 €/Bauwerk
  • mittlerer Ansatz: 50.000 €/Bauwerk
  • oberer Ansatz: 500.000 €/Bauwerk

Von den Geschäftstellen ist pro Wasserkörpergruppe die Anzahl der Bauwerke mit dem am besten passenden Ansatz (unterer/mittlerer/oberer) zu multiplizieren. Die Summe dieser Beträge ergibt die Investionen der Programmmaßnahme pro Wasserkörpergruppe.

Die folgenden Hinweise können behilflich sein:

Kostenschätzung für den vollständigen Rückbau eines Querbauwerkes oder einer Verrohrung sind für:

  • Kleine Bauwerke: bis 5m Breite und 1m Höhe = 10.000€;
  • Mittlere Bauwerke: bis 10m Breit und 2m Höhe = 50.000€;
  • Große Bauwerke: > o.g. Werte= 50.000-500.000€.

Für den Umbau eines Quebauwerkes oder einer Verrohrung sind ca. die hälftigen der o. g. Kosten anzusetzen

Kostenschätzung für die Anlage eines Umgehungsgerinnes sind wegen der starken Streuung im Einzelfall notwendig. Streuung zwischen 10.000 und 500.000€, bei Talsperren u. U. noch höher. Bei der Kostenermittlung muss Grunderwerb in ausreichendem berücksichtigt werden und zur Verfügung stehen.

Für den Bau einer technischen Fischaufstiegsanlage ist die Kostenschätzung im Einzelfall notwendig, da eine sehr starke Streuung zwischen 10.000 und 500.000€ möglich ist, bei Talsperren auch hier u. U. höher anzusetzen ist.

Dokumentationsbedarf seitens der Geschäftsstellen Es sollten Aussagen getroffen werden zum Maßnahmenträger und zu Vereinbarungen (Finanzierungsaussagen,…)
Bemerkung

Die Umsetzung ist i. d. R. kurz bis mittelfristig möglich. Die Wirksamkeit ist kurzfristig einzustufen. Siehe auch Bericht: "Erfolgskontrolle von Maßnahmen zur Unterhaltung und zum naturnahen Ausbau von Gewässern", im Auftrag des MKULNV, Oktober 2005; Auftragnehmer: Universität zu Köln, Geographisches Institut; Hydrotec Ing.-Ges.mbh, Aachen; Planungsbüro Koenzen, Hilden.

Hinweise zum Umsetzungsstatus

in Planung

es liegen konkrete Planungen vor, die über reine Willensbekundungen hinausgehen, z.B. ein begonnenes Genehmigungsverfahren. Ein Baubeginn sollte erkennbar sein

im Bau

Die konkreten Bauarbeiten an der Anlage müssen begonnen sein

Die Maßnahme ist abgeschlossen, wenn

Die entsprechende Anlage wurde errichtet und befindet sich im Regelbetrieb. Eine Erfolgskontrolle ist erwünscht, muss aber nicht grundsätzlich erbracht werden.

Achtung: Liegen Ergebnisse einer Erfolgskontrolle vor, aus der hervorgeht, dass die Anlage nicht funktionsfähig ist, kann die Maßnahme nicht als abgeschlossen eingestuft werden.


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