LAWA-Programmmaßnahme 070

LAWA-Programmmaßnahme 070

Maßnahmen zur Habitatverbesserung durch Initiieren/ Zulassen einer eigendynamischen Gewässerentwicklung

Programmmaßnahme - 070

Maßnahmen zur Habitatverbesserung durch Initiieren/ Zulassen einer eigendynamischen Gewässerentwicklung

Bauliche oder sonstige (z.B. Flächenerwerb) Maßnahme mit dem Ziel, dass das Gewässer wieder eigenständig Lebensräume wie z. B. Kolke, Gleit- und Prallhänge oder Sand- bzw. Kiesbänke ausbilden kann. Dabei wird das Gewässer nicht baulich umverlegt, sondern u.a. durch Entfernung von Sohl- und Uferverbau und Einbau von Strömungslenkern ein solcher Prozess initiiert.

Belastungstyp nach WRRL, Anhang II
EU-Art nach HWRM-RL
Abflussregulierungen und morphologische Veränderungen: Morphologie
Zuordnung Richtlinie WRRL/OW
Wechselwirkung WRRL-HWRMRL M1
EU-Schlüsselmaßnahme 6
Bisherige Bezeichnung (NRW) HY_OW_U11_Morphologie
Bereich OW/GW OW
Art der Erfassung/Zählweise Länge [km]
Signifikante Belastung
(nach WRRL, Anhang II)
Abflussregulierungen und morphologische Veränderungen
Belastung/Ursache Morphologie
Vollzugsmaßnahme

Mögliche Umsetzungsmaßnahmen:

  • Sohl- und Uferverbau entfernen
  • Maßnahmen zum Totholzdargebot

Geplante Umsetzungsmaßnahmen sind in der Regel durch den Umsetzungsfahrplan beschrieben. Ggf. ist eine Ergänzung erforderlich.

Wirkung -
Nebenwirkungen  
Rechtliche Grundlagen
  • §§ 27 ff. WHG, (Bewirtschaftungsziele, Bewirtschaftungsanforderungen)
  • §§ 66, 71 LWG, (Pflicht zum Ausgleich der Wasserführung, Gewässerausbau)
  • §§ 38 WHG, §§ 31, 61 LWG (Gewässerunterhaltung, Gewässerrandstreifen)
  • Berücksichtigung und Anwendung der Blauen Richtlinie in jeweils aktueller Fassung.
Potenzieller Maßnahmenträger Kommune, Wasserverband, private Träger (z.B. für eine Ausgleichsmaßnahme)
Kriterien für signifikante Nutzungseinschränkungen -
Hinweise zur Kostenermittlung

Standardkostenansätze:

  • unterer Ansatz: 50 €/m (im Allgemeinen bei Anhebung der GSG um eine Stufe)
  • mittlerer Ansatz: 100 €/m (im Allgemeinen bei Anhebung der GSG um zwei Stufen)
  • oberer Ansatz: 150 €/m (im Allgemeinen bei Anhebung der GSG um drei Stufen)

Von den Geschäftstellen sind die erforderlichen Gewässerlängen mit dem am besten passenden Ansatz (unterer/mittlerer/oberer) zu multiplizieren um die Investitionen zu erhalten.

Bei Auswahl des Ansatzes sollen auch eventuell geänderte Unterhaltungskosten berücksichtigt werden.

Dokumentationsbedarf seitens der Geschäftsstellen In der Regel ist ein ein Verweis auf den zugehörigen Umsetzungsfahrplan (Kooperation) erforderlich. Werden Ergänzungen des UFP für erforderlich gehalten sind diese stichwortartig (Art, Lage, Umfang) festzuhalten.
Bemerkung -
Hinweise zum Umsetzungsstatus Siehe: Umsetzungsstand von Programmmaßnahmen
Die Maßnahme ist abgeschlossen, wenn wenn der geplante Entwicklungskorridor für das Gewässer dauerhaft gesichert ist und die geplanten Initialmaßnahmen vollständig umgesetzt sind.


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