LAWA-Programmmaßnahme 071

LAWA-Programmmaßnahme 071

Maßnahmen zur Habitatverbesserung im vorhandenen Profil

Programmmaßnahme - 071

Maßnahmen zur Habitatverbesserung im vorhandenen Profil

Bauliche Maßnahmen zur Verbesserung der Sohlstruktur, Breiten- und Tiefenvarianz ohne Änderung der Linienführung (insbesondere wenn keine Fläche für Eigenentwicklung vorhanden ist), z. B. Einbringen von Störsteinen oder Totholz zur Erhöhung der Strömungsdiversität, Erhöhung des Totholzdargebots, Anlage von Kieslaichplätzen

Belastungstyp nach WRRL, Anhang II
EU-Art nach HWRM-RL
Abflussregulierungen und morphologische Veränderungen: Morphologie
Zuordnung Richtlinie WRRL/OW
Wechselwirkung WRRL-HWRMRL M1
EU-Schlüsselmaßnahme 6
Bisherige Bezeichnung (NRW) HY_OW_U44_Morphologie
Bereich OW/GW OW
Art der Erfassung/Zählweise Länge [km]
Signifikante Belastung
(nach WRRL, Anhang II)
Abflussregulierungen und morphologische Veränderungen
Belastung/Ursache Morphologie
Vollzugsmaßnahme Maßnahmen die sich auf den Bereich der Gewässersohle bzw. des bestehenden Profils beschränken. Soll eine eigendynamische Entwicklung eingeleitet werden, wird empfohlen statt dessen die Maßnahme 70 zu wählen. Einzelmaßnahmen ergeben sich in der Regel aus dem Umsetzungsfahrplan für diesen Wasserkörper. Ggf. sind weitere Maßnahmen zu ergänzen.
Wirkung -
Nebenwirkungen  
Rechtliche Grundlagen
  • §§ 27 ff. WHG, (Bewirtschaftungsziele, Bewirtschaftungsanforderungen)
  • §§ 66, 71 LWG, (Pflicht zum Ausgleich der Wasserführung, Gewässerausbau)
  • §§ 38 WHG, §§ 31, 61 LWG (Gewässerunterhaltung, Gewässerrandstreifen)
  • Berücksichtigung und Anwendung der Blauen Richtlinie in jeweils aktueller Fassung.
Potenzieller Maßnahmenträger Kommune, Wasserverband, private Träger (z. B. für eine Ausgleichsmaßnahme)
Kriterien für signifikante Nutzungseinschränkungen -
Hinweise zur Kostenermittlung

Hinweis: Sätze von 2008, Anpassung erforderlich

Standardkostenansätze:

  • unterer Ansatz: 5 €/m
  • mittlerer Ansatz: 7,5 €/m
  • oberer Ansatz: 10 €/m

Von den Geschäftsstellen sind die erforderlichen Gewässerlängen mit dem am besten passenden Ansatz (unterer/mittlerer/oberer) zu multiplizieren um die Investitionen zu erhalten.

Folgende Hinweise könne bei der Einstufung behilflich sein:

Kostenschätzung zum Entfernen von Sohl- und Uferverbau:

Pro Gewässerstrukturgüteklasse sind ca. 50€/m anzusetzen, insbesondere eventuell geänderte Unterhaltungskosten sind im Nachhinein zu berücksichtigen. Allgemein sind z. B. Kosten aus der Literatur aus konkreten Maßnahmen bekannt, die sich alleine auf das Entfernen von Sohlschalen oder Böschungsfußsicherungen (Steinschüttungen) beziehen (siehe auch unter "Bemerkungen"), wobei Steinschüttungen zur Habitatverbesserungen auch nur in die Sohle geschoben werden können.

  • < 10m Sohlbreite 5€/m;
  • > 10m Sohlbreite bis 20€/m

Kostenschätzung zum Einbringen von Totholz:

Beim Belassen entstehen keine Kosten. Die Beobachtung im Rahmen der Unterhaltung ist sinnvoll.

Einbringen:

  • Gewässer < 10m Sohlbreite ohne Sicherung: 100€/Element
  • Gewässer < 10m Sohlbreite mit Sicherung: 400€/Element
  • Gewässer > 10m Sohlbreite ohne Sicherung: 200€/Element
  • Gewässer > 10m Sohlbreite mit Sicherung: 500 - 1000€/Element
Dokumentationsbedarf seitens der Geschäftsstellen In der Regel ist ein ein Verweis auf den zugehörigen Umsetzungsfahrplan (Kooperation) erforderlich. Werden Ergänzungen des UFP für erforderlich gehalten, sind diese stichwortartig (Art, Lage, Umfang) festzuhalten.
Bemerkung Umsetzung kurzfristig, Wirksamkeit kurzfristig bis mittelfristig. Sinnvoll ist die Prüfung der hydraulischen Rahmenbedingungen, die Minimierung der Verklausungsgefahr durch Auswahl geegneter Gewässerstrecken oder entsprechende Sicherungen beim Einbringen von Totholz. Siehe auch Bericht: "Erfolgskontrolle von Maßnahmen zur Unterhaltung und zum naturnahen Ausbau von Gewässern", im Auftrag des MKULNV, Oktober 2005; Auftragnehmer: Universität zu Köln, Geographisches Institut; Hydrotec Ing.-Ges.mbh, Aachen; Planungsbüro Koenzen, Hilden.
Hinweise zum Umsetzungsstatus Siehe: Umsetzungsstand von Programmmaßnahmen
Die Maßnahme ist abgeschlossen, wenn

wenn der gute ökologische Zustand/das gute ökologische Potenzial erreicht ist. Dies kann bereits vor Umsetzung aller im UFP festgelegten Maßnahmen der Fall sein (iterativer Ansatz). Eine Umsetzung aller geplanten Einzelmaßnahmen ist erwünscht, um die otimale Wirkung zu gewährleisten.

Wird der GÖZ/das GÖP trotz Umsetzung aller Einzelmaßnahmen nicht erreicht und ist dies auf Defizite der Gewässermorphologie zurückzuführen (Expertenbewertung) ist zu prüfen, ob weitere EM ergänzt werden müssen oder weitere Maßnahmen aus dem Bereich 70-75 erforderlich sind.


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