LAWA-Programmmaßnahme 073

LAWA-Programmmaßnahme 073

Maßnahmen zur Habitatverbesserung im Uferbereich

Programmmaßnahme - 073

Maßnahmen zur Habitatverbesserung im Uferbereich

Anlegen oder Ergänzen eines standortheimischen Gehölzsaumes (Uferrandstreifen), dessen sukzessive Entwicklung oder Entfernen von standortuntypischen Gehölzen; Ersatz von technischem Hartverbau durch ingenieurbiologische Bauweise; Duldung von Uferabbrüchen Hinweis: primäre Wirkung ist Verbesserung der Gewässermorphologie (Abgrenzung zu Maßnahme 28)

Belastungstyp nach WRRL, Anhang II
EU-Art nach HWRM-RL
Abflussregulierungen und morphologische Veränderungen: Morphologie
Zuordnung Richtlinie WRRL/OW
Wechselwirkung WRRL-HWRMRL M1 (Außenbereich),M2 (Innenbereich)
EU-Schlüsselmaßnahme 6
Bisherige Bezeichnung (NRW) HY_OW_U43_Morphologie
Bereich OW/GW OW
Art der Erfassung/Zählweise Länge [km]
Signifikante Belastung
(nach WRRL, Anhang II)
Abflussregulierungen und morphologische Veränderungen
Belastung/Ursache Morphologie
Vollzugsmaßnahme

Zugeordnete Vollzugsmaßnahmen:

  • G2.1: Anlegen/Ergänzen eines standortheimischen Gehölzsaumes
  • G2.2: Sukzessive Entwicklung eines Gehölzsaumes
  • G2.3: Entfernen standortuntypischer Gehölze
Wirkung

Verbesserung der Gewässerstruktur durch Gehölzentwicklung entlang der Gewässer und in ihren Auen. Verbesserung der Temperatur-, ph-Bedingungen im Gewässer durch Beschattung, Verbesserung der natürlichen Strukturvielfalt durch natürliche Nachlieferung von Laub, Geäst und Totholz.

Durch das Entfernen standortuntypischer Gehölze kommt es zu einer Verbesserung des Stoffhaushalts, da Laub- bzw. Nadeleintrag negative Wirkungen z. B. auf den pH haben können und die Biomasse teils nur erschwert abgebaut werden kann.

Als alleinige Maßnahme für einen Wasserkörper ist nur eine minimale Wirkung zu erwarten, die Kombination mit Verbesserungen der Gewässersohle und der Linienführung wird empfohlen.

Nebenwirkungen  
Rechtliche Grundlagen
  • §§ 27 ff. WHG, (Bewirtschaftungsziele, Bewirtschaftungsanforderungen)
  • §§ 66, 71 LWG, (Pflicht zum Ausgleich der Wasserführung, Gewässerausbau)
  • §§ 38 WHG, §§ 31, 61 LWG (Gewässerunterhaltung, Gewässerrandstreifen)
  • Berücksichtigung und Anwendung der Blauen Richtlinie in jeweils aktueller Fassung.
Potenzieller Maßnahmenträger -
Kriterien für signifikante Nutzungseinschränkungen -
Hinweise zur Kostenermittlung

Standardkostenansätze:

  • unterer Ansatz: 5 €/m
  • mittlerer Ansatz: 7,5 €/m
  • oberer Ansatz: 10 €/m

Von den Geschäftsstellen sind pro Wasserkörpergruppe die erforderlichen Gewässerlängen mit dem am besten passenden Ansatz (unterer/mittlerer/oberer) zu multiplizieren um die Investitionen zu erhalten.

Folgende Hinweise könne bei der Einstufung behilflich sein:

Bei der sukzessiven Entwicklung eines Gehölzsaumes entstehen i. d. R. keine Kosten.

Neuanpflanzung Ufergehölze:

  • ca. 6 €/m² (Mittelwert aus Baum- und Strauchpflanzung);
  • bei Initialpflanzung nur ca. 15 % der Kosten Gehölzentfernung:
  • Große Bäume (Durchmesser > 100 cm): ca. 600 €/Baum;
  • Mittlere Bäume (Durchmesser 50 – 100 cm): ca. 350 €/Baum;
  • Kleinere Bäume/Gehölze (Durchmesser 30 – 50 cm): 150 €/Baum;
  • Kleine Bäume/Gehölze (Durchmesser < 30 cm): 15 €/Baum
Dokumentationsbedarf seitens der Geschäftsstellen n der Regel ist ein ein Verweis auf den zugehörigen Umsetzungsfahrplan (Kooperation) erforderlich. Werden Ergänzungen des UFP für erforderlich gehalten, sind diese stichwortartig (Art, Lage, Umfang) festzuhalten.
Bemerkung

In NRW sollen unter dieser Maßnahmen nur Maßnahmen zur Gehölzentwicklung verstanden werden. Weitere Maßnahmen zur Uferentwicklung lassen sich häufig nicht von Maßnahmen an der Sohle/Lauf (71, 72) abtrennen und werden daher hierunter geführt.

Die Maßnahme sollte je nach Entwicklung der ökologischen Bewertung fortgeschrieben werden. Dabei sind vor allem die Bewertung des MZB und der Fische zu betrachten. Die Maßnahme trägt in besonderem Maße zur Verringerung sommerlicher Wassertemperaturen und ggf. zur Strukturvielfalt (Wurzelgeflechte, Strömunglenkung) bei.

Hinweise zum Umsetzungsstatus Siehe:  Umsetzungsstand von Programmmaßnahmen
Die Maßnahme ist abgeschlossen, wenn Alle im Umsetzungsfahrplan vorgesehenen Maßnahmen durchgeführt sind. Es es zu berücksichtigen, dass diese Maßnahme fortgeschrieben werden sollte, wenn nach Umsetzung der Einzelmaßnahmen keine Verbesserung des ökologischen Zustands/Potenzials eintrifft.


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