Monitoringleitfaden Oberflächengewässer Anlage D2

Dienstag, 25. Juli 2017

Monitoringleitfaden Oberflächengewässer Anlage D2

Begriffsdefinitionen

Begriff Definition
abiotisch Alle Umweltfaktoren, an denen Lebewesen nicht erkennbar beteiligt sind
Abundanz Anzahl oder Dichte von Organismen im Bezug auf eine Flächen- oder Volumeneinheit
atmosphärische Deposition Ablagerungen von gelösten, partikelgebundenen oder gasförmigen Luftinhaltsstoffen
benthisch auf dem Gewässerboden lebend
Benthische wirbellose Fauna wirbellose Tierarten, welche die Gewässersohle besiedeln
Benthos Gesamtheit aller in der Bodenzone eines Gewässers, dem Benthal, vorkommenden Lebewesen
Bewirtschaftungsplan ein Plan, der die Zielsetzungen bezüglich Wasserqualität und -quantität festlegt
Bewirtschaftungsziel ein auf die Wasserqualität oder -quantität bezogenes Ziel, das zur Verbesserung des Gewässerzustandes beiträgt
Biomasse Gesamtmasse der zu einer bestimmten Zeit vorhandenen Organismen in einem Ökosystem
biotisch Umweltfaktoren, an denen Lebewesen erkennbar beteiligt sind
Biotop räumlich abgrenzbare kleine Einheit eines Ökosystems
Chlorophyll-a Chlorophyll ist das bei allen photosynthetisch aktiven Pflanzen essentielle Photosynthesepigment
Cyprinidengewässer Gewässer, in denen das Leben von Karpfenfische erhalten wird oder erhalten werden könnte
Degradation Beeinträchtigung bzw. Schädigung eines Lebensraumes (durch menschliche Beeinflussung)
Erweiterte Operationelle Taxaliste Mindestanforderung an die Bestimmung von Makrozoobenthos aus Fließgewässern zum Zweck der Umsetzung der EG-WRRL in Nordrhein-Westfalen, basierend auf der Operationellen Taxaliste und der Taxaliste der DIN 38410-M1
Eutrophierung Übermäßig starkes Wachstum von Algen und höheren Pflanzen, welches durch eine Anreicherung von Nährstoffen hervorgerufen wird bzw. werden kann
Fauna Gesamtheit der Tierarten eines Gebietes
Fischfauna in einem Gewässer lebenden Fischen
Fließgewässertyp ein aufgrund abiotischer Beschaffenheit eines Gewässers definierter Typ
Flora Gesamtheit der Pflanzenarten eines Gebietes
Flusseinzugsgebiet ein Gebiet, aus welchem der gesamte Oberflächenabfluss an einer einzigen Flussmündung, einem Ästuar oder Delta ins Meer gelangt
Flussgebietseinheit ein Land- oder Meeresgebiet, das aus einem oder mehreren benachbarten Flusseinzugsgebieten und den ihnen zugeordneten Grundwässern und Küstengewässern besteht; sie bildet lt. WRRL die Haupteinheit für die Bewirtschaftung von Einzugsgebieten
Gewässersohle zwischen den Ufern liegender Teil des Gewässerbettes
Gruppe von Wasserkörpern Gruppe von Wasserkörpern, die wegen ähnlicher Beschaffenheit und Belastung für bestimmte Bearbeitungsschritte der WRRL zusammengefasst werden
Habitat Lebensraum von Tier- oder Pflanzenarten
Integrale Betrachtung zusammenführende Betrachtung sektoraler Bewertungsergebnisse
Interkalibrierung Verfahren zur Normierung der biologischen Zustandsbewertungen auf europäischer Ebene
Kieselalgen einzellige Algen, deren zweiteilige Zellwand Kieselsäure enthält und mechanisch wie chemisch sehr beständig ist
Kohärenz Zusammenhang bzw. Zusammenhalt
Komponente integriert einzelne Parameter oder Parametergruppen und kann selbst in Komponentengruppe integriert werden. Beispiel: Kupferkonzentration im Wasser (Komponente) – Schwermetalle im Wasser (Gruppe von Komponenten) – nicht-prioritäre spezifische Schadstoffe (Gruppe von Komponenten). Aus der Bewertung auf Parameter(gruppen)ebene erfolgt die Bewertung auf Komponentenebene, die wiederum in die Bewertung von Gruppen von Komponenten einfließt.
Leitbild der Referenzzustand
Makroinvertebraten mit bloßem Auge sichtbare, wirbellose Tierarten
Makrophyten höhere Pflanzen (Samenpflanzen), Moose und Armleuchteralgen, die im oder am Gewässer wachsen
Makrozoobenthos Gesamtheit der Benthosorganismen, deren Individuen oder Kolonien ohne besondere optische Hilfsmittel erkennbar sind
Maßnahmen Vorkehrungen, die zu treffen sind, um die im Bewirtschaftungsplan festgelegten Ziele zu erreichen
metrics Biozönotische Kenngrößen, die zur Bewertung von Lebensgemeinschaften herangezogen (berechnet) werden
Monitoring Überwachung des Gewässerzustandes
Multi-Habitat-Sampling PERLODES Makrozoobenthos-Aufsammlungsmethode gemäß PERLODES
Ökoregion eine aufgrund geomorphologischer Beschaffenheit eines Gebiets definierte Region
Operationelle Taxaliste Standardisierte Mindestanforderung an die Bestimmung von Makrozoobenthos aus Fließgewässern zum Zweck der Umsetzung der EG-WRRL in Deutschland
Operative Überwachung dient der flächendeckenden Einstufung des Zustandes aller Wasserkörper, dem Erkennen von Maßnahmenbedarf sowie der Erfolgskontrolle von Maßnahmen
Orientierungswert fachlich abgeleiteter Beurteilungswert, der nicht die gesetzliche Verbindlichkeit z. B. einer Umweltqualitätsnorm aufweist.
Parameter an Messstellen zu erhebende Daten, z.B. Stoffkonzentration im Wasser; Substratvielfalt; Artendiversität
Phaeopigmente Abbauprodukte des Chlorophyll-a
Photosynthese Bezeichnung für die Umwandlung von Lichtenergie in biochemisch verwertbare Energie durch Pflanzen
Phytobenthos Algen und Cyanobakterien, die am Gewässergrund angeheftet sind bzw. in enger Bindung zur Gewässersohle oder anderen untergetauchten Oberflächen leben („Aufwuchsalgen“)
Phytoplankton pflanzliche Bestandteile des Planktons (z.B. Blau-, Grün-,Kieselalgen)
Plankton Gesamtheit der kleinen schwebend im Wasser lebenden Tiere und Pflanzen
PNEC „Predicted No Effect Concentration"; wird mittels eines Sicherheitsfaktors aus Toxizitätstests an aquatischen Organismen abgeleitet und stellt jene Konzentration eines Stoffes dar, unterhalb derer ein Effekt auf Organismen mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht auftritt.
Potamon-Typie-Verfahren Verfahren zur ökologischen Bewertung der Fließgewässertypen 10 (kiesgeprägte Ströme) und 20 (sandgeprägte Ströme) sowie der Schifffahrtskanäle nach Maßgabe der EG-WRRL
Präventiver Vorsorgewert Orientierungswert, der auf einer Konvention beruht und fachlich nicht abgeleitet ist
Qualitätskomponente eine Komponente eines Gewässers, die zur Beurteilung der Qualität eines Gewässers herangezogen werden kann
Referenzgewässer ein Gewässer in einem sehr guten natürlichen Zustand, das keinen oder nur sehr geringfügigen anthropogenen Belastungen ausgesetzt ist (möglichst im ursprünglichen Zustand)
Salmonidengewässer Gewässer, in denen das Leben von Fischen solcher Arten wie Lachse, Forellen und Äschen erhalten wird oder erhalten werden könnte.
Saprobie Saprobie ist der Grad des Abbaus biologisch abbaubarer organischer Stoffe
Saprobienindex Angabe für die saprobielle Belastung eines Fließgewässers gemäß DIN 38410 (M1)
Sediment Verwittertes Gestein und organische Bestandteile, die von Wasser oder Wind transportiert wurden und sich bei Nachlassen der Transportkraft wieder abgelagert haben
Sektorale Betrachtung getrennte Betrachtung der einzelnen Komponenten als Grundlage und Vorstufe ihrer integralen Betrachtung
Taxa / Taxon Zuordnung eines tierischen oder pflanzlichen Lebewesens zu einer bestimmten Kategorie oder Gruppe
Taxaliste Auflistung von Lebewesen innerhalb eines biologischen Systems
Teileinzugsgebiet ein Gebiet, aus welchem über Ströme, Flüsse und möglicherweise Seen der gesamte Oberflächenabfluss an einem bestimmten Punkt in einen Wasserlauf (normalerweise einen See oder einen Zusammenfluss von Flüssen) gelangt
Trophie Trophie ist die Intensität der organischen photoautotrophen Produktion
Überblicksweise Überwachung Dient der Trendbeobachtung, der Sicherstellung der Kohärenz in Flussgebieten, der Ermittlung der Stofffrachten sowie der Alarmüberwachung am Rhein.
Überwachung Durchführung des Monitorings
Umweltqualitätsnorm die Konzentration eines bestimmten Schadstoffs oder einer bestimmten Schadstoffgruppe, die im Wasser, Sediment oder Biota im Jahresmittelwert (oder ggf. Maximum) nicht überschritten werden darf
Umweltziel ist – gemäß OGewV und entsprechend der WRRL – vor allem der gute Gewässerzustand bzw. der gute ökologische und gute chemische Zustand bei natürlichen Oberflächengewässern, das gute ökologische Potenzial und der gute chemische Zustand bei künstlichen oder erheblich veränderten Oberflächengewässern, der gute chemische und gute mengenmäßige Zustand beim Grundwasser
Unterstützungskomponenten chemisch-physikalische Parameter, die zur Beurteilung des Zustandes eines Gewässers zusätzlich herangezogen werden, falls die Qualitätskomponenten kein eindeutiges Ergebnis liefern
Wasserkörper abgegrenzter und im Hinblick auf die Beschaffenheit einheitlicher und bedeutender Abschnitt eines Oberflächengewässers