Vor dem Hochwasser

Montag, 18. November 2019

Vor dem Hochwasser

Mit geeigneten Vorsorgemaßnahmen schützen Sie sich, Ihre Mitmenschen, Ihr Eigentum und die Umwelt vor Schäden durch Hochwasser.

Hochwasserschutz ist eine Gemeinschaftsaufgabe von Betroffenen, Kommunen und dem Staat. Diesen Grundsatz macht auch der Artikel 5 Abs. 2 des Wasserhaushaltsgesetzt deutlich: „Jede Person, die durch Hochwasser betroffen sein kann, ist im Rahmen des ihr Möglichen und Zumutbaren verpflichtet, geeignete Vorsorgemaßnahmen zum Schutz vor nachteiligen Hochwasserfolgen und zur Schadensminderung zu treffen“. Ihre Eigenvorsorge ist daher ein wichtiger Bestandteil im Schutz vor Hochwasser. Technische Hochwasserschutzvorrichtungen der Kommunen bieten Ihnen nur Schutz gegen Hochwasser bis zu einer festgelegten Überflutungshöhe. Es kann jedoch nicht ausgeschlossen werden, dass bei extremen Wetterereignissen diese Höhe durch Hochwasser überschritten wird.

Informieren Sie sich

Hochwassergefahren, die Sie oder Ihr Eigentum betreffen, können Sie den Hochwassergefahrenkarten  entnehmen. Diese bieten Ihnen eine genaue Übersicht darüber, ob und in welchem Umfang Sie bzw. Ihr Eigentum einer Gefährdung durch Hochwasser ausgesetzt sind.

Besteht für Sie eine potenzielle Gefährdung, sollten Sie die Wettermeldungen und Hochwasserwarnungen aufmerksam verfolgen. Das LANUV (Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen) bietet aktuelle Informationen zu Hochwassersituationen im Hochwassermeldedienst NRW an.

Informationen über Wetterlagen und -warnungen können Sie auf den Seiten des Deutschen Wetterdienstes oder Meteomedia abrufen.

Seien Sie auf den Notfall vorbereitet

Wenn das Wasser kommt, sollten Sie darauf vorbereitet sein. Stellen Sie einen privaten Notfallplan auf, in dem notwendige Abläufe und Aufgaben erfasst sind. Beziehen Sie Ihr Umfeld wie Familienmitglieder und Nachbarn mit ein und üben Sie den Ernstfall. Legen Sie fest, welche Dokumente, Unterlagen und persönlichen Dinge Sie im Ereignisfall sichern möchten. Halten Sie einen Vorrat an Lebensmitteln und Getränken, Ersatzkleidung und Medikamente bereit. Rechnen Sie auch mit dem Evakuierungsfall. Wo und wie können Sie sicher aus dem Gefährdungsbereich gelangen? Wäre eine Notunterkunft in der näheren oder weiteren Umgebung zu erreichen? Was sollte Ihr Notgepäck enthalten?

Betreiben Sie Bauvorsorge, schützen Sie Ihr Eigentum

Es ist sinnvoll, sich bereits bei der Planung und dem Bau eines Hauses mit der Hochwassergefährdung auseinanderzusetzen und Vorkehrungen zu treffen. Prüfen Sie, ob Ihr zu bebauendes Grundstück im gefährdeten Bereich liegt. Ist dies der Fall, dann ist Folgendes zu beachten: Planen Sie für Ihr Gebäude eine passende Gebäudeabdichtung. Verzichten Sie ggf. auf einen Keller oder statten Sie ihn hochwassersicher aus. Installieren Sie die technische Gebäudeausrüstung wie z. B. Heizungsanlage und Sicherungskästen oberhalb potenzieller Überflutungshöhen.

Bestehende Gebäude lassen sich nachträglich entsprechend ausstatten. Schauen Sie nach Schwachstellen! Achten Sie auf undichte Fugen, Rohr- und Kabeldurchführungen und bauen Sie Rückstauklappen ein. Dichten Sie Ihr Gebäude bei drohender Hochwassergefahr mit mobilen Elementen vor Türen, Fenstern und Kellerschächten ab.

Weitere Informationen finden Sie unter Bauvorsorge.

Umweltschutz – Gefahren durch Heizöl und andere wassergefährdenden Stoffe

Im Hochwasserfall geht eine besondere Umweltgefährdung von Heizölverbraucheranlagen aus. Diese müssen daher hohen Sicherheitsansprüchen genügen, um ein Austreten des Heizöls zu verhindern. Dringt Heizöl im Hochwasserfall aus, verseucht es umliegende Gebäude und schädigt die Umwelt. Räume, in denen Heizöltanks aufgestellt sind, müssen daher gegen eindringendes Wasser geschützt sein (z. B. weiße Wanne). Alle Öffnungen dieser Räume (Türen, Fenster, aber auch Leitungsdurchführungen) sind gegen drückendes Wasser zu sichern. Die Entlüftungsleitungen müssen soweit hochragen, dass über sie kein Wasser eindringt. Kann bautechnisch nichts gegen das Eindringen von Wasser unternommen werden, besteht die Möglichkeit, Heizkessel aufschwimmsicher zu verankern.

Die Umrüstung auf hochwassersichere Tanks oder einen anderen Energieträger wie Holzpellets, Erdgas sind alternative Möglichkeiten, um Gefährdungen zu reduzieren. Des Weiteren sollten Sie darauf achten, dass andere wassergefährdende Stoffe (u. a. Lacke, Chemikalien und Pflanzenschutzmittel) so gelagert sind, dass diese ebenfalls nicht mit eindringendem Wasser in Berührung kommen können.

Schutz kultureller Güter

Als Eigentümer von Kulturgütern (Kunstwerke, Archive, Sammlungen oder Gebäude mit Denkmalschutz) können Sie durch gezielte Vor- und Nachsorgemaßnahmen Hochwasserschäden vermeiden bzw. beschränken. Hinweise für den richtigen Umgang mit hochwassergefährdeten kulturellen Gütern finden Sie unter dem Thema „Initiative Ergreifen - Öffentliche und private Institutionen“.

Finanzielle Absicherung

Trotz aller Vorsorgemaßnahmen können Sie Schäden durch Hochwasser nicht immer vollständig verhindern. Der Abschluss einer Elementarschadenversicherung ist daher eine gute Option, um finanzielle Verluste durch Schäden infolge von Überschwemmungen zu mindern. Auch über einen Zusatz innerhalb Ihrer Wohngebäudeversicherung können Sie in dieser Hinsicht vorsorgen. In beiden Fällen sichern Sie sich gegen Schäden durch Flusshochwasser oder Starkregen ab. Achten Sie darauf, dass auch das Schadensrisiko durch Kanalrückstau im Versicherungsschutz explizit eingeschlossen ist.Generell nicht abdecken lassen sich hingegen Schäden, die durch eindringendes Grundwasser entstehen.

Was Sie ein entsprechendes Schutzpaket am Ende kostet, hängt davon ab, wie die jeweilige Versicherung Sie aufgrund des Hochwasserrisikos Ihres Standortes einstuft. Angesichts der Zunahme von Extremwetterereignissen ist dies für Sie unter Umständen eine sehr sinnvolle und möglicherweise existenzsichernde Investition.

Weitere Informationen finden Sie unter Risikovorsorge.