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Wichersbach bei Borken

Wichersbach bei Borken

Der Wichersbach bei Borken wurde innerhalb einer Sekundäraue neu trassiert und soll sich zu einem Trittstein im Sinne des Strahlwirkungs- und Trittsteinkonzepts entwickeln. 

Gewässername

Wichersbach

Bezirksregierung Münster

Borken, Kreis Borken

Leitbild

Sandgeprägte Tieflandbäche (LAWA Typ 14)

PE_ISS_1000

DE_NRW_928242_0

Maßnahmenträger

Stadt Borken

Ende der Bauzeit

2021

Länge (Stationierung) der Maßnahme

95 m (Stat. 0+215 bis 0+310)

Flächenbeanspruchung der Maßnahme

ca. 8.560 m²

Der Wichersbach entspringt nördlich von Heiden und mündet nach einer Fließlänge von rd. 4,9 km südwestlich von Borken in die Borkener Aa. Bis auf wenige noch relativ naturnahe Teilstrecken ist der Bach überwiegend begradigt ausgebaut. In diesen naturfernen Abschnitten sind die Gewässersohle und die Böschungsfüße überwiegend geschottert, sodass eine eigendynamische Entwicklung des Wichersbachs nicht möglich ist. 

Auf Flächen, die von der Amprion GmbH gesichert und zur Erfüllung von Kompensationsverpflichtungen zur Verfügung gestellt wurden, konnten der Wichersbach und Abschnitte des einmündenden Hornefeldbachs nun ökologisch aufgewertet werden. Hierzu wurden an den Wichersbach angrenzende Flächen zur Ausbildung einer Sekundäraue abgesenkt und der Wichersbach abschnittsweise darin neu trassiert. Der an die Maßnahmenfläche angrenzende Hornefeldbach wurde kleinräumig umgestaltet und in die Maßnahme einbezogen. 

Der neue Gewässerverlauf wurde mit gewundenem bis mäandrierendem Verlauf als Initialgerinne vorprofiliert und kann sich nun eigendynamisch weiterentwickeln. Der anstehende sandige Boden bietet hierfür ideale Bedingungen.

Totholz unterstützt die dynamischen Prozesse. Das stellenweise eingebrachte gewässertypspezifische Kiessubstrat dient der Strukturanreicherung auf der Sohle und im Uferbereich und regt durch seine strömungslenkende Wirkung zusätzlich die seitliche Verlagerung des Baches an. Die Sekundäraue soll sich langfristig im Rahmen der natürlichen Sukzession zu einem Sumpf- und Bruchwald entwickeln.

Gegenüber dem Altverlauf wurde eine Laufverlängerung von ca. 155 m erreicht.

Der umgestaltete Abschnitt des Wichersbachs soll sich zu einem Trittstein im Sinne des Strahlwirkungs- und Trittsteinkonzepts entwickeln. Trittsteine stellen neben den Strahlursprüngen einen wichtigen Baustein zur Erreichung der Ziele der EG-WRRL dar. Sie erreichen nicht die Länge eines Strahlursprungs, ermöglichen aber zum einen die vorübergehende An- und Besiedlung durch wertvolle fließgewässertypspezifische Lebewesen und erleichtern zum anderen die Durchwanderung weniger strukturreicher Bachabschnitte. 

Der Altverlauf des Wichersbachs bleibt als Retentionsraum zur Unterstützung des Hochwasserschutzes erhalten. Auch die neu angelegte Sekundäraue steht bei Hochwasserereignissen als Retentionsraum zur Verfügung und verbessert somit den ökologisch orientierten Hochwasserschutz.

Eine weitere Synergie konnte mit dem Fachkonzept Biotopverbund erzielt werden. Die in die Maßnahme einbezogenen Flächen sind Bestandteil des Fachkonzeptes Biotopverbund des Landes Nordrhein Westfalen. Als Schutz- und Entwicklungsziele für den Bereich gelten unter anderem die Entwicklung eines naturnahen Bachtalbiotopkomplexes mit naturnahen, unbewirtschafteten Auen-, Bruch- und Quellwäldern, naturnahen Fließgewässern, auendynamischen Prozessen, auentypischen Strukturen sowie extensiv genutzten Feuchtgrünlandflächen. Auch hier leistet die umgesetzte Maßnahme am Wichersbach einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der Ziele.