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Die Vielfalt der Gewässertypen

Fließgewässer weisen in ihrer Gestalt, ihren chemischen und physikalischen Eigenschaften und ihrer Besiedlung mit Tieren und Pflanzen ein große Vielfalt auf. Für die ökologische Bewertung müssen sie daher systematisch nach gemeinsamen Merkmalen geordnet und sogenannten Fließgewässertypen zugeordnet werden.

Eine Karte zeigt die Verbreitung der Fließgewässertypen in NRW.  Es dominieren die – vor allem sandgeprägten – Tieflandbäche und -flüsse im eher nördlichen Teilbereich von NRW sowie die verschiedenen Typen der Mittelgebirgsbäche und -flüsse im südlichen und östlichen Teilbereich. Die organisch geprägten Bäche und Flüsse sind deutlich weniger vertreten, sie sind eher im Nordwesten und vereinzelt im sonstigen Norden anzutreffen.

Was sind Fließgewässertypen?

Geologische und klimatische Bedingungen beeinflussen die Gestalt und die chemischen und physikalischen Eigenschaften der Fließgewässer. Bereits ohne den menschlichen Einfluss ergibt sich daraus eine Vielfalt unterschiedlicher Lebensraumbedingungen für Tiere und Pflanzen. Entsprechend groß ist die Vielfalt ihrer Besiedlung. So findet man z. B. in Bächen des Tieflands ganz andere Arten als im Mittelgebirge.

Für die ökologische Bewertung gemäß EG-WRRL folgt daraus, dass der sehr gute ökologische Zustand – also das Bewertungsoptimum – aufgrund unterschiedlicher natürlicher Randbedingungen nicht für alle Fließgewässer gleich sein kann.

Zur Lösung dieses Problems wurden die Fließgewässer systematisch nach gemeinsamen Merkmalen sortiert und sogenannten "Fließgewässertypen" zugeordnet. Nur so ist sichergestellt, dass sich die ökologische Bewertung auf die richtige Referenz bezieht – der sehr gute ökologische Zustand des Niederrheins unterscheidet sich nun einmal drastisch vom sehr guten ökologischen Zustand eines kleinen Gebirgsbaches.

Die Beschreibungen der Fließgewässertypen geben außerdem eine wichtige Orientierung für ökologische Verbesserungen im Rahmen von Renaturierungs- oder Unterhaltungsmaßnahmen.